Lebenszeichen...

Wir wollen in diesem BLOG die gemachten Erfahrungen, Eindrücke aus der fremden Umgebung, Erfolge und Schwierigkeiten, Anekdoten oder einfach nur Grüße übermitteln. Dies soll in Form von kurzen Texten, Bildern oder wie auch immer geschehen und richtet sich an alle, die dies mit uns teilen wollen, Kolleginnen und Kollegen, Azubis, Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freundinnen und Freunde, die Familie oder alle die aus verschiedensten Gründen ein neugieriges Interesse an dieser intensiven Zeit unseres Lebens haben, ...oder eben an unseren Lebenszeichen aus der Ferne.







Mittwoch, 20. Oktober 2010

Bei Petri in Neu-Valamo

Sonntag, 19. September 2010


Aus Berlin kennen wir ja schon einige verschiedene Religionen. Deshalb interessierte es uns auch, was es mit dem Kloster Valamo auf sich hat. Auf unsere Bitte organisierte unsere finnische Betreuerin Päivi einen Ausflug nach Heinävesi.









Bruder Petri, der in Deutschland studierte und heute in der Klosterküche arbeitet, zeigte uns die alte und die neue Kirche und erklärte uns die Klostergeschichte. Wir lernten viele interessante Dinge über die russisch-orthodoxe Kirche.


Auf der Insel Valamo im Ladogasee befand sich ein russisch-orthodoxes Kloster, das im 12. Jahrhundert von den beiden Väter Sergej und Herman gegründet wurde.

Im Februar 1940 wurde das Kloster von der finnischen Armee evakuiert. Die Bruderschaft fand ein neues Zuhause auf einem Bauernhof in Heinävesi.

Obwohl die Mönche damals dachten, dass dieses nur ein Zuhause auf Zeit sein würde, leben sie dort nun schon seit 70 Jahren.

Heute besteht die Bruderschaft aus 10 Mönchen und 10 Novizen. Sie leben dort von der Landwirtschaft (u.a. Wein aus Beeren) und dem Tourismus.

Wer interessiert ist an einem Praktikum, kann im Kloster in der Küche oder in der Landwirtschaft helfen.....

Die Finnen sagen, in diesem Jahr gibt es keine Pilze......




...wir sind da aber anderer Meinung!

Innerhalb kürzester Zeit haben wir diesen Korb voller Pilze gesammelt!

Einige waren sogar so groß, dass davon eine ganze Familie satt werden könnte.

Frau Pechhold überprüfte, ob wir nicht doch noch giftige Pilze erwischt hatten. Anschließend konnten wir uns eine riesige Pilzpfanne zubereiten.

In den nächsten Tagen gingen einige von uns wieder in den Wald, um Pilze zu suchen und als Andenken und als Speisewürzer mit nach Berlin zu nehmen.

Besuch der Specksteinfabrik Tulikivi und des Koli-Berges

Mittwoch, 15. September 2010


Ein Höhepunkt unseres Finnlandaufenthaltes waren der Besuch der Specksteinfabrik Tulikivi in Juuka. Dort werden aus dem Urgestein der Erde Öfen hergestellt.

Zuerst wurde uns ein interessanter Film über die Entstehungsgeschichte des Erdgesteins gezeigt - und das sogar in einer deutschen Version. Anschließend konnten wir den Steinbruch und die Fertigungsanlagen natürlich unter Berücksichtigung der Arbeitsschutzbestimmungen besichtigen.

Riesige Steinblöcke werden im Tagebau gewonnen und mit diamantbesetzten Werkzeugen zersägt, gefräst und gebohrt. Gigantisch auch die Größe der Sägeblätter. Lars und Peter zeigen uns, wie groß sie sind (siehe "Bilder der Woche"). Pneumatisch gesteuerte Transporteinrichtungen erleichtern das Arbeiten. Viele Dinge in der Steinbearbeitung ähneln den Arbeiten in der Metallbearbeitung.

Als wir dann hören, dass in Zukunft Fachkräfte gesucht werden, kommen Fragen auf: "Wieviel verdient ein finnischer Facharbeiter?" - Anfangsgehalt wenigstens 12 €. Der Eine oder Andere denkt schon mal über ein Bewerbungspraktikum nach...

Nach einem reichhaltigen Mittagessen in der werkseigenen Kantine ging es weiter zum Koli-Berg. Dieser ist mit einer Höhe von 347 m der höchste Berg Kareliens. Von dort hatten wir eine tolle Aussicht auf die gigantische Seenlandschaft des Pielinen. Es war für uns alle ein erhebendes Gefühl, auf Steinen zu stehen, die in der Eiszeit gefomt wurden....

Sonntag, 19. September 2010

Fitness statt Bunker

Dienstag, der 14.09.2010

Der Tag begann mit einem erneuten Blick auf  "das Modell der vollständigen Handlung". Nachdem wir uns gestern mit Information und Planung beschäftigt haben, standen heute Entscheiden und Handeln auf dem Programm. Dazu hat uns Pekka, der Ausbilder der finnischen Azubis, uns gezeigt, wie man die Drehzahl an der Bohrmaschine verändert.

Dazu wird die Motorhalterung gelöst, damit wir die beiden Keilriemen auf die entsprechende Riemenscheiben legen können. Es gibt drei Achsen mit jeweils vier Riemenscheiben mit unterschiedlichen Durchmessern. Danach werden die Keilriemen wieder gespannt und die Halteschraube angezogen. Die verschiedenen Drehzahlen lassen sich von einer Tabelle ablesen. Danach konnten wir endlich bohren.

Fuer die Herstellung des Druckluftantriebs mussten verschiedene Bohrungen gemacht werden: die Grundplatte, der Zylinder, der Spindelbock. Ausserdem mussten einige Nachbohrungen, Reibungen und Gewinde gemacht werden. Wir haben in unseren Teams den finnischen Azubis gezeigt, wie man den Höhenreisser einstellt, abliest und wie man dann auf dem Werkstück anreisst. Beim Anreissen, Körnen und Bohren haben wir uns immer abgewechselt.

Dadurch, dass wir nur eine Bohrmaschine hatten, entstanden manchmal Pausen. Unzufriedenheit gab es auch, weil uns einige Werkzeuge fehlten oder Fehler gemacht wurden. Aber am Ende konnten die Probleme immer gelöst werden, z.B. haben wir eine 6H7-Reibahle durch einen 6,0 mm-Bohrer ersetzt. Bei einem Werkstück für den Zylinder waren alle Teile zu klein (9,5 mm statt 10H7). Am Nachmittag erhielten wir Nachricht von Herrn Heitz, dass sie im ALBBW Ersatzteile gefertigt haben und mit der Post zu uns schicken.

Eine Gruppe von uns hat dann nach Feierabend noch eine Bunkeranlage besichtigt, die von den Finnen im Zweiten Weltkrieg zur Verteidigung gegen die Russen gebaut worden war. Wegen der Renovierung des Museums konnten aber nur die Aussenanlagen besichtigt werden. Ausserdem haben sie noch ein Wasserkraftwerk besichtigt.

Wir haben lieber Bodybuilding im Fitness-Center gemacht...

Lars und Peter

Freitag, 17. September 2010

Bilder der Woche

Montage des Druckluftantriebs - Information und Planung
Gruppenbild vor der "Specksteinfabrik"
Blick in den Steinbruch
Ein Sägeblatt fuer schwere Fälle
Gipfelstuermer

Auf dem Koli - Berg
Bohren der Grundplatte
Herstellen der Blattfedern
Thomas und die Drehmaschine
Und täglich gruesst der Huttulampi - Blick auf den Haussee

Auch das Berichtsheft wird gefuehrt

Dienstag, 14. September 2010

Huumori Suomi - Finnischer Humor

Zwei Witze aus der Sauna

Ein alter Mann erklärt einem Toristen aus Deutschland die Sauna. Er zeigt wie der Ofen eingeheizt wird und wie die Sauna genutzt wird. "Wofuer sind der Eimer und die Kelle?" fragt schliesslich der Tourist. "Also," sagt der Finne,"Du nimmst zwei Eimer mit in die Sauna, einen mit kaltem, einen mit heissem Wasser. Wenn Du es heisser haben möchtest, machst Du einen Aufguss mit dem heissem Wasser. Wenn es Dir dann zu heiss wird, machst Du einen Aufguss mit kaltem Wasser...."

Zwei alte finnische Männer, Schulfreunde, treffen sich nach Jahren wieder. Sie verabreden sich fuer die Sauna. Nach zwei Stunden in der Sauna sagt der Erste: "Und wie geht´s Dir so?" Nach weiteren zwei Stunden antwortet der Zweite: "Sind wir zum Quatschen oder zur Sauna verabredet?"

Samstag, 11. September 2010

Wochenende (Teil 2)

Freitag der 10.9.2010


Herr Wendelborn - Sie waren schon wieder viiiiel zu schnell. Diese Überschrift sollt eigentlich über unserem Tagesbericht stehen. Aber was soll´s. Wir lassen uns nicht unterkriegen!

Heute Rekordbeteiligung der finnischen Kollegen. Am Morgen waren alle Arbeitsgruppen international besetzt. Das zeugt von Intersse an der Pneumatik. Die pneumatische Bussteuerung konnten am Ende aber alle selbstständig aufbauen und haben das Prinzip verstanden.

Da man hier aber meistens Touristenbusse mit einflügeligen Türen kennt, waren sie sehr darüber verwundert, dass wir 2 Zylinder verwendeten. Aber: andere Länder - andere Busse. Am Ende des Tages werteten wir die Woche aus. (Frau Pechhold nennt es Evaluation.) Von den finnischen Kollegen wurde auf landestypische Art kurz und knapp geantwortet: erste eine lange Denkpause und dann "War gut!"

Natürlich müssen wir auch unseren Ausbildungsverpflichtungen nachkommen und den Wochenbericht anfertigen. Nach langem Suchen haben wir ein neues Geschenk für Frau Doulgerie gefunden: eine Schlange (lebend). Das was uns (fast) alle stört, ist, dass die finnischen Mädchen heute Mittag schon ins Wochenende gefahren sind. Aber spätestens am Montag sind sie wieder da.

Wir freuen uns auf ein Wochenende am See mit Lagerfeuervergnügen, Pilzesammeln und faulenzen!

Stefan und Christopher